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Sofortmaßnahmen bei einem Zeckenstich
Zeckenkarte Was tun, wenn man tatsächlich von einer Zecke gestochen wurde? Zunächst muss sie fachgerecht aus der Haut herausgezogen werden, am besten mit einer speziellen, in der Apotheke erhältlichen, Zeckenkarte.
Je schneller desto besser Je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Das Risiko der Borrelienübertragung steigt mit der Saugdauer der Zecke. Nicht jede Zecke ist infiziert und nicht jede Erregerübertrag führt zur Infektion. Ein gesundes Immunsystem ist in der Lage die Infektion abzublocken.
Was dann? Man kann auf verschiedene Weisen mit dieser Unsicherheit umgehen. Und jeder muss selbst für sich entscheiden, welches der beste Weg für ihn ist. Ob abwarten, Zecke untersuchen lassen oder Bluttests die beste Lösung sind, soll im folgenden Text erörtert werden. Keine Taktik verspricht absolute Sicherheit.
Keine Impfung möglich Die Borrelieninfektion hinterlässt keine Immunität (auch wenn lebenslang Antikörper nachweisbar sind). Die fehlende Immunität macht es praktisch unmöglich eine Impfung zu entwickeln. Ein Impfstoff wurde wegen unbefriedigender Wirkung in den USA wieder vom Markt genommen.
Neuer Zecken-Schnelltest für Zuhause und Unterwegs auf Borreliose Erreger: TICK TEST von Care Plus
Ein völlig neu entwickelter Schnelltest auf Borrelien macht es möglich sogar unterwegs oder zu Hause eine entfernte Zecke auf Borrelien selbst zu testen. Das Einsenden von Zecken in ein Speziallabor entfällt hiermit. Im Prinzip funktioniert der Testablauf wie beim Schwangerschaftstest: Die Zecke wird mit etwas Flüssigkeit zermahlen und von dieser Testflüssigkeit werden mit Hilfe der beiliegenden Pipette ein paar Tropfen auf die Testkassette gegeben. Der gesamte Test dauert nicht länger als 10 bis 20 Minuten. Eine Anleitung liegt bei. Erbringt der Test ein positives Ergebnis, ist ein Arzt für die Behandlung aufzusuchen. Der Preis liegt bei fairen 10 Euro .... gefunden: bei Globetrotter Link
Die 3 Stadien der Borreliose
Die Wanderröte kommt nicht immer vor Das Stadium I ist eine Lokalinfektion der Haut an der Stelle des Zeckenstiches. Sie wird häufig einige Tage nach dem Zeckenstich als Erythema migrans (Wanderröte) sichtbar. Nicht in allen Fällen tritt diese Rötung auf. Bis zu 50% der Infektionen erzeugen keine Hauterscheinung! Auch sind Borrelien- Antikörper in diesem frühen Stadium der Infektion oft noch nicht nachweisbar. Erst nach 4 – 6 Wochen macht es Sinn nach Erregern zu suchen.
Unspezifische Symptome Im Stadium II (Streuung des Erregers) sind die Haut, das zentrale und periphere Nervensystem, das Herz (Rhythmus- und Reizleitungsstörungen) und der Bewegungsapparat betroffen. Die Symptomatik reicht von flüchtigen Gelenkschwellungen bis zu wandernden z.T. heftigen Gelenk- und Muskelschmerzen. Die sehr unspezifischen Allgemeinsymptome sind chronische Müdigkeit, deutliches Krankheitsgefühl und teilweise mäßiges Fieber.
Spätsymptome Das Stadium III (chronische Infektion) tritt erst 6 Monate bis Jahre nach der Infektion in Erscheinung. Klinisch sind meist „rheumatische“ Beschwerden, überwiegend der großen Gelenke der unteren Extremitäten und die Neuroborreliose dominierend. Schmerzsyndrome, eingeschränkte Belastbarkeit und chronische Erschöpfung (Fatigue) sind für die Patienten die vorwiegenden Symptome. Gerade diese Symptome sind sehr unspezifisch und lassen einen nicht direkt an Borreliose denken.
Labordiagnostik
Die Labordiagnostik wird dann eingesetzt, wenn sich aus der Anamnese, den Beschwerden und dem klinischen Bild der Verdacht auf eine Borrelieninfektion ergibt. Es kommt zu positiven Testergebnisse auch wenn keine Borrelioseinfektion vorliegt. Auch können manchmal keine Antikörper gefunden werden, trotz bestehender Infektion. Die Labordiagnostik ist also immer unsicher, ohne hier auf die immunologischen Einzelheiten einzugehen.
Erst nach 4-6 Wochen Ergebnisse Die Labordiagnostik erfolgt meist durch den Nachweis borrelienspezifischer Antikörper im Blut. Solche Antikörper treten in der Regel aber erst 4 bis 6 Wochen nach der Infektion auf. Wegen Kreuzreaktionen mit anderen Erregern sowie stark verzögerter, selten sogar ausbleibender Bildung borrelienspezifischer Antikörper kann der Antikörpernachweis schwierig sein.
Antibiotikagabe Bei akuten Borrelien-Infektionen sind in den ersten Wochen keine Antikörper im Blut nachweisbar. Bei Symptomen die Verdacht auf eine Borrelieninfektion stellen muss deshalb eine antibiotische Behandlung unabhängig von einem Laborergebnis erfolgen. Die Antibiotische Behandlung bringt aber in einigen Fällen nicht die erwünschte Wirkung. Eine grundsätzliche Antibiotikagabe nach jedem Zeckenstich ist nach Abschätzung der Vor- und Nachteile nicht sinnvoll.
Frühe Antibiose Die schulmedizinische Therapie sieht hochdosierte Antibiotikagaben vor, welche, zu Beginn der Erkrankung angewandt, auch Erfolge erzielt, da sich die Erreger noch nicht ins Bindegewebe eingeschraubt haben. Der glückliche Umstand einer frühzeitigen Behandlung ist allerdings selten.
Wenn sich die Erreger im Bindegewebe „verstecken“ Die meisten Patienten werden jedoch spät diagnostiziert und therapiert und erhalten so wiederholte, hochdosierte Antibiotikagaben mit entsprechenden Nebenwirkungen. Die Borrelien sind im Bindegewebe schwer durch das Antibiotika zu erreichen. Deshalb werden viele Patienten oft über Jahre wiederholt mit Antibiotika therapiert, weil immer wieder Symptome auftreten, sich trotzdem schwere Verläufe entwickeln. Diese Patienten leiden dann zusätzlich noch stark unter den Nebenwirkungen der Antibiotika.
Frühe Blutuntersuchung für den „Ausgangswert“ (WICHTIG!) Gleichzeitig mit dem Therapiebeginn, also wenige Tage nach dem Stich, sollte aber immer eine Blutprobe für die Borrelienserologie abgenommen werden, um im späteren Verlauf auf einen „Ausgangswert“ zurückgreifen zu können. Dieser ist sehr hilfreich, da er mit dem Testergebnis nach ein paar Wochen verglichen werden kann. Bei chronischen Infektionen sind fast immer Antikörper nachweisbar. Sie bleiben aber auch bei ausgeheilten Infektionen oft sehr lange nachweisbar, obwohl keine Krankheitsaktivität mehr vorliegt.
Der klassische Antikörper-Bluttest Es gibt Suchtests und Bestätigungstests – Elisa und Westernblot (Immunoblot) Trotz verschiedenartiger Tests gelingt es in vielen Fällen nicht eine eindeutige Aussage über eine Infektion zu erhalten. Als besonders vorteilhaft für eine schnelle, verlässliche Bestimmung der Borrelien-Antikörper hat sich der Einsatz von rekombinanten, also gentechnologisch hergestellten Tests herausgestellt. Sie erlauben eine viel genauer definierte und spezifischere Aussage als die herkömmlichen Vollantigen-Lysate aus angezüchteten Bakterien.
Alte oder neue Infektion? Borrelien-spezifische Antikörper bleiben zudem häufig über längere Zeit positiv, so dass serologisch eine aktive oder frische Infektion häufig nicht von einem ausgeheilten Krankheitsprozess zu trennen ist.
Der LTT-Borrelien-Test Der LTT (Lymphozytentranformationstest) stellt eine sinnvolle Ergänzung dar, um zwischen frischen und vergangenen Infektionen zu unterscheiden. Er ist ein Test, der nicht Antikörper, sondern die Reaktionen des zellulären Immunsystems gegen Borrelienantigene nachweist -also vorwiegend eine Lymphozytenaktivierung. Dieser Test wird als Lymphozytentransformationstest (LTT) bezeichnet.
Aktive Infektion Für die genannten Problemfälle also steht mit dem Lymphozytentransformationstest (LTT-Borrelien) eine Möglichkeit zur Verfügung, die zelluläre Immunantwort auf Borrelien zu messen und damit die serologische Diagnostik zu ergänzen. Der LTT sagt etwas über die Aktivität einer Borrelieninfektion aus, also eine aktive Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Erreger. Deswegen kann er den Suchtest für die Erkrankung nicht ersetzen.
Behandlungserfolg, Misserfolg und Rückfälle
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Zeckenuntersuchung der vollgesogenen Zecke Nicht jede Zecke ist mit Borrelien infiziert und nicht jeder Stich führt zu einer Erregerübertragung. Aber man kann die entfernte Zecke (tot oder lebendig) ins Labor einschicken. Die Borrelien werden in der Zecke direkt nachgewiesen. Ein negatives Ergebnis schließt damit ein Borreliose-Risiko mit hoher Sicherheit aus. Diese Untersuchung wird jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen, sondern ist als IGEL-Leistung privat zu bezahlen. Die Kosten für die Borreliose betragen etwa 35 Euro und für die FSME 40 Euro.
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Fast noch wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, dass nach einer ausreichenden antibiotischen Behandlung der Borrelien-LTT i.d.R. nach 4 bis 6 Wochen negativ wird, während borrelienspezifische Antikörper oft lebenslang nachweisbar bleiben. Die Indikationen für den Borrelien-LTT sind: - Nachweis einer aktiven und damit behandlungsbedürftigen Borreliose - Kontrolle 4 bis 6 Wochen nach antibiotischer Therapie - Verdacht auf ein Rezidiv oder eine erneute Borrelieninfektion.
Keine absolute Sicherheit Ein negativer LTT-Borrelien-Test schließt eine aktive Borrelieninfektion nicht hundertprozentig aus.
LTT - Kosten und Durchführung Für den Lymphozytentransformationstest wird eine Blutprobe benötigt. Der Preis wird von den Kassen nicht bezahlt und liegt bei etwa 150 Euro. Die Blutprobe muss sehr rasch im Labor eintreffen, denn nur frisches Blut kann für den Test verwendet werden.
Borreliose oder “die Syphilis lässt grüßen”
Zeckenbiss und Homöopathie Die Hysterie und Angst vor Zecken wird in letzter Zeit enorm geschürt. Richtig ist, dass es mehr Zecken gibt als früher. Richtig ist auch, dass eine Borreliose seit ein par Jahren häufiger auftritt als in den letzten Jahren. Falsch ist, dass jede Zecke automatisch zu einer Infektion führt. Das Bild insbesondere der Borreliose ist so vielschichtig, dass selbst Spezialisten sich schwer tun, genau festzustellen ob nun eine Borreliose vorliegt oder nicht. Wer sich mit Laboruntersuchungen auskennt weiss, dass der Borreliosenachweis nur sehr vage gelingt. Das ist eine Tatsache, die in der Öffentlichkeit nicht durchgängig bekannt ist. Interessant ist weiterhin, dass die Erreger der Borreliose mit den Erregern der Syphilis verwandt sind. Beide Erreger sind Spirochäten. Bei genauem Vergleich gibt es sogar im Verlauf der beiden Erkrankungen verblüffende Parallelen. In früheren Zeiten, als Antibiotika noch nicht zur Verfügung standen, hatten Homöopathen mit guten Erfolgen die Syphilis behandelt. Die homöopathische Literatur ist wohl gefüllt mit Hinweisen zur Syphilisbehandlung. Was hat das nun mit Borreliose zu tun? In Fachkreisen ist man sich einig, dass zur Behandlung der Borreliose in erster Linie die Syphilis-wirksamen Mittel zum Erfolg führten. Diese Behandlung bedarf guter, bis sehr guter Kenntnis der Homöopathie. Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, der sich spezielisiert hat. Die Selbstbehandlung ist hier nicht möglich. Auch ist eine Borreliose bei weitem nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei Zeichen einer Wanderröte ist als erstes eine 4-wöchige Antibiotikakur durchzuführen. Alles andere ist fahrlässig! Nicht jede infizierte Zecke führt aber zwangsläufig zu einer Infektion. Ist das Immunsystem stabil, gleicht der Kontakt mit Borrelien (wie auch der FSME) einem grippeartigen Infekt. Es gilt also das Gleichgewicht in die richtige Richtung zu verschieben. Trotz Erregeraufnahme, soll das Immunsystem die Erreger in Schach halten.
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